Kreislaufwirtschaft mit Material-Reststoffen von PU-Hartschaum

24.09.2026

Next Step PU

Unter dem Begriff „urban mining“ steht die Wieder- oder Weiterverwertbarkeit von Baustoffen zunehmend im Fokus. Aber nicht nur bei der Sanierung oder dem Abriss von Bestandsgebäuden, sondern auch beim Neubau lassen sich wertige Sekundärrohstoffe gewinnen. Das zeigt etwa das seit einiger Zeit erfolgreich laufende Pilotprojekt der Dachdeckerinnung Berlin gemeinsam mit weiteren Projektpartnern hinsichtlich der Rücknahme von sortenreinen PU‑Baustellenresten. Eine Erweiterung auch auf andere Bundesländer ist derzeit in Planung und soll in naher Zukunft starten. Für eine koordinierte Kreislaufwirtschaft mit hochwertigen PU-Material-Reststoffen aus der industriellen Verarbeitung hat die puren gmbh, Überlingen, bereits vor einigen Jahren mit „Next Step PU“ ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Es beschreibt eine qualitätsgeprüfte, europaweite Rückführung und vertraglich geregelte Weiterverarbeitung von PU‑Reststoffen.

Schon kurz nach der Firmengründung im Februar 1968 begann puren neben der Herstellung von PU-Hartschäumen mit der Entwicklung von Konzepten und Verfahren, um Materialreste wiederzuverwenden und in den Kreislauf zurückzuführen. Dies ist für duroplastische, nicht schmelzbare Kunststoffe durchaus eine Herausforderung. Hierfür vermischte man PU-Mehl mit Bindemittel und stellte anfangs mittels einer Furnierpresse erste Werkstoffe her. Deren Anwendungen waren in erster Linie im Bereich der Öl- und Chemikalien-Bindemittel positioniert. In den darauffolgenden Jahren wurden mit stetig verbesserter Qualität auch Plattenwerkstoffe u.a. für die Möbel- und Fahrzeugindustrie sowie für den Fenster- und Schiffsbau entwickelt.

Mittlerweile erfolgt die purenit-Produktion in einem ab 2006 neu erbauten Werk in Obermarchtal auf insgesamt drei modernen Fertigungslinien. Die hier eingesetzten Sekundärrohstoffe, also Materialreste und Nebenprodukte aus der puren-eigenen PU Hartschaumherstellung werden zunehmend durch Reststoffe von Kunden und Marktbegleitern, auch aus dem europäischen Ausland, ergänzt. Sie bilden mit einem Volumenanteil von bis zu 90 % die Grundlage für die Herstellung des Funktionswerkstoffes purenit.

Ein Großteil der PU-Hartschaumprodukte fließt heute in die Wärmedämmung von Gebäuden. Egal ob Neubau oder Sanierung: Auch hier fallen durch Anpassungen und Zuschnitte Materialreste an. Um auch diese in den Stoffkreislauf zurückzuführen, wurde 2025 ein erstes Pilotprojekt in Berlin gestartet: Ein Rücknahmeservice exklusiv für das Stadtgebiet Berlin, Potsdam und das Berliner Umland in Brandenburg. Initiiert wurde das Projekt vom Industrieverband Polyurethan-Hartschaum (IVPU), von der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin zusammen mit regionalen Baustoff-Fachhändlern und puren. Gesammelt werden ausschließlich Dämmstoff-Materialreste aus europäisch genormtem Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) sämtlicher Hersteller, die bei der Verarbeitung an Baustellen anfallen, wie Zuschnitte, Bruchstücke, beschädigte PU-Dämmplatten oder Restplatten einer Lieferung. Sie werden sortenrein in den eigens für diesen Zweck bestellten Systemsäcken gesammelt. Anschließend können diese entweder bei den beteiligten Baustoffhändlern abgegeben oder bei einer erneuten Materialanlieferung an die Baustelle zurückgegeben werden. Alternativ werden die Systemsäcke vom Logistikpartner direkt in der Firma des jeweiligen Handwerkers abgeholt. Die am puren Standort Berlin-Neuenhagen für den Weitertransport aufbereiteten Reststoffe gehen direkt nach Obermarchtal, um dort vollständig in die purenit-Herstellung einzufließen.

„Das Rücknahmekonzept in Berlin hat sich bewährt, sodass die Branche gegenwärtig über einen stufenweisen Ausbau im gesamten Bundesgebiet nachdenkt“, erklärt puren Geschäftsführer Dr. Andreas Huther.

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Bildquellen Fotos: puren