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28.02.2014 00:00

purenotherm_Brandschutzriegel

Der Brandschutz von WDV-Systemen ist in aller Munde. Um die wachsenden Anforderungen zu verstehen, hilft ein Blick auf die Historie. Auf dem neuesten Stand der Brandschutztechnik kommen Brandriegel von puren zum Einsatz, so auch bei einem großen Wohnungsbauvorhaben in Potsdam.

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Brandschutz der neuesten Generation für exklusiven Wohnungsbau in Potsdam
Brandriegel aus PUR/PIR

 

Der Brandschutz von WDV-Systemen ist in aller Munde. Um die wachsenden Anforderungen zu verstehen, hilft ein Blick auf die Historie. Auf dem neuesten Stand der Brandschutztechnik kommen Brandriegel von puren zum Einsatz, so auch bei einem großen Wohnungsbauvorhaben in Potsdam.


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Alois Bärtle, Gerard Halama

 

Die Speicherstadt in Potsdam, direkt an der Havel gelegen und nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt, gehört zu den besten Neubauadressen der Stadt. Hier, auf dem Areal einer historischen Speicherstadt entstehen nach Abriss der verwahrlosten Gebäude seit 2010 rund 250 exklusive Wohneinheiten im Stil der alten Speicher.

 

Die hochwertigen Eigentums- und Mietwohnungen sind mit dem WDVS-Brandschutz der neuesten Generation ausgerüstet. Die südlichen Putzbauten besitzen umlaufende Brandriegel. Die hohen Klinker-Wärmedämm-Fassaden sind an allen Öffnungen mit Brandbarrieren an Sturz und Laibungen ausgerüstet. Das hier auf 7500 m² Fassadenfläche eingesetzte, 160 mm dicke Wärmedämmsystem mit Klinkerriemchen (Renowall) besitzt eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des DIBt Berlin. Der Brandschutz besteht bei dieser Konstruktion aus purenotherm BSR Brandschutzriegeln. Im grauen EPS zeichnen sich diese Riegel wie umlaufende helle Blenden ab.

 

DIBt und MFPA:

 

Zuständig für die Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen von Baustoffen und Fassadenbekleidungen ist in Deutschland das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin. Es erteilt auch Zulassungen für Wärmedämmverbundsysteme. Die brandschutztechnischen Prüfungen der WDV-Systeme übernimmt z. B. die beim DIBt akkreditierte MFPA (Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig mbH) in Leipzig.

Die erste allgemeine bauaufsichtliche Zulassung aus der Mitte der 1990er Jahre galt u. a. für Fenster, die in der Fensteröffnung auf Mauerwerksebene eingebaut sind. Ferner kennt diese Zulassung nur Brandschutzriegel aus Mineralwolle und betrachtet ein WDV-System als ein (gesamt-) Bauteil. Klebstoffe, Dämmstoff, Armierung und Putz müssen somit von einem Hersteller bezogen werden.

 

Ursprünglich wollte man den Eintritt des Brandes in die Dämmebene mit Hilfe eines Sturzschutzes verhindern. Durch die zunehmend komplexeren Einbauten (Rollläden, Jalousien usw.) ist man in den letzten Jahren dazu übergangen, die Brandausbreitung in der Dämmebene durch Einbau von Brandriegeln in jedem zweiten Geschoss zu verhindern.

 

Dicker und komplexer:

 

Beginnend etwa um das Jahr 1998 weisen die Statistiken durchschnittliche Dämmdicken von über 100 mm auf. Erste Passivhausprojekte werden mit 300 bis 400 mm dicker Dämmung realisiert. Die mögliche Brandmasse nimmt damit weiter zu. Mit den zunehmenden Dämmdicken wandert das Fenster aus der Fensteröffnung vor die Fensteröffnung. Damit verändert sich die Brandbelastung der Konstruktion, denn jetzt kann ein mögliches Feuer am Fensterrahmen vorbei hinter die Dämmung gelangen (siehe Kasten). Die Bedeutung des Brandschutzes steigt dadurch weiter. Noch wichtiger werden die Brandriegel bei Fenstern, die mit Fenstermontagezargen noch weiter vor die Wand, in die Dämmebene hineingebaut sind. Hier werden im Brandfall neben dem Fensterrahmen auch noch die Montagezargen belastet. Die Veränderungen der Konstruktionen haben Auswirkungen auf das Brandverhalten und fließen in die unterschiedlichsten Verarbeitungsrichtlinien ein. Spätestens mit dem Fenster in Vorwandmontage werden Brandsperren an Sturz und beidseitig an der Laibung notwendig. Hier muss sich das Handwerk, sorgfältig über Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller und Zulassungsvorschriften informieren und unterschiedliche Brandschutz-Details ausführen.

 

Brandriegel aus Polyurethan-Hartschaum (PU):

 

Seit 2009 steht fest, dass Brandriegel nicht nur aus Mineralwolle, sondern auch aus PU bestehen können. Die unter dem Markennamen purenotherm BSR hergestellten Brandschutzriegel haben entscheidende Vorteile: Das Material der Brandklasse (RtF) E entsprechend EN 13501-1, von der die deutsche Baustoffklasse B2 abgelöst wurde, glimmt nicht, schmilzt nicht und tropft nicht brennend ab. Es verhält sich ähnlich wie Massivholz, denn es karbonisiert und verrußt nur oberflächlich und blockiert so das weitere Vordringen des Feuers. Darüber hinaus ist es einfach und angenehm zu verarbeiten, besitzt ähnliche bauphysikalische und technische Eigenschaften wie das umgebende EPS und verhindert dadurch die Gefahr sichtbarer Abzeichnungen an der Fassade. Es kann in großen Dicken produziert werden, ist dabei stabil, monolithisch und leicht zu verarbeiten. Durch seinen hervorragenden Lambda-Wert von 0,026 W/mK bringt es eine Aufwertung in der energetischen Rechnung. Ein ganz wichtiger Punkt bei der Montage ist die vollflächige Verklebung mit mineralischem Klebemörtel. Die Brandschutzriegel werden serienmäßig bis 300 mm Dämmstoffdicke hergestellt, größere Dicken sind in Einzelanfertigung möglich. Die Brandversuche belegten, dass ein 250 mm hoher Brandschutzriegel aus purenotherm selbst bei einer Vollbrandbeanspruchung von 90 Minuten seine schottende Wirkung innerhalb des WDVS behält. Der Brandschutzriegel purenotherm BSR besteht übrigens keineswegs aus einer speziellen Materialrezeptur, sondern aus dem üblichen puren-WDVS-Material, womit klar ist, dass WDV-Systeme dieses Herstellers generell keine Brandriegel benötigen.

 

abZ für WDVS mit Klinker:

 

2009 wurde erstmals von der Firma Renowall ein WDVS mit Klinkerriemchen-Beplankung geprüft. Nach dem bestandenen Großbrandversuch wurden die Klinkerriemchen im Brandbereich entfernt und der Dämmstoff darunter gesichtet. Das System, durch die Klinkerriemchen und Brandschutzriegel geschützt, befand sich in einem bemerkenswert guten Zustand. Der purenotherm-Brandschutzriegel war nur leicht oberflächlich angekohlt. Die Prüfstelle attestierte der Konstruktion „kein brennendes Abtropfen“, „kein Brennen an der Fassadenoberfläche“ und eine „sehr geringe“ Rauchentwicklung. In der Zusammenfassung des Prüfberichtes heißt es u. a.: „Der Sturz- und Laibungsschutz aus Polyurethanhartschaum wies keine, die Form bzw. die Funktionalität beeinflussende Brandschäden auf.“

 

Zurück in die Praxis: Für das bis zu sechs Vollgeschosse hohe Objekt Speicherstadt in Potsdam sichert das moderne, mit Klinkerriemchen beschichtete Wärmedämmsystem einen sehr hohen Brandschutzstandard, der im Brandfall nur geringe Folgeschäden verspricht. Im Rohbau erkennen die zukünftigen Besitzer von Weitem den Brandschutz aus purenotherm Brandschutzriegeln.

 

WEITERE INFOS:

Aufsatz: „Aufgeregt und ahnungslos“ unter: bit.ly/1mKyKTS

Video auf YouTube vom „Großbrandversuch Renowall“ mit purenotherm BSR Brandschutzriegeln: www.youtube.com/watch

 

Fazit:

 

In Potsdam wurden in der neu errichteten Speicherstadt 7500 m² Wärmedämmsystem mit Klinkerriemchen verbaut. Bei diesem System wird jede Mauerwerksöffnung mit purenotherm-Brandschutzriegeln an Sturz und Laibungen gesichert. Der hohe Aufwand folgt einer historischen Entwicklung zu immer dickeren Dämmlagen und nach außen versetzten Fenstern.

 

 

BAUTAFEL:

Neubau von 250 Wohnungen in der Speicherstadt Potsdam

Bauherr: Groth Gruppe, www.grothgruppe.de

Generalunternehmer: W. Markgraf GmbH & Co KG, Bayreuth info@markgraf-bau.de

WDV-System: Renowall, WDVS Systemtechnik GmbH, www.renowall.de

Brandschutzriegel: purenotherm BSR von puren, 88662 Überlingen, www.puren.com

 

 

 

 

KASTEN: Systeme immer dicker und komplexer

 

Mit zunehmender Dämmstoffdicke nimmt nicht nur die Brandmasse zu. Den höheren Dämmdicken folgt das Fenster für eine bessere Lichtausbeute und wegen der konstruktiv günstigen Lage nach außen. Es wird vor die Wand montiert oder gar an Fenstermontagezargen komplett in die Dämmebene hineingehängt. Damit könnte im Brandfall das Feuer hinter den Fensterrahmen oder die Fenstermontagezarge gelangen und direkt in die Dämmung eindringen. Brandsperren an Stürzen und Laibungen sichern hier den erforderlichen Brandschutz.

 

 

 

ABBILDUNGEN:

Abb. 01: Umlaufende Brandregel sichern Brandschutz nicht nur bei Wohnungsbrand, sondern auch bei Feuer von außen.

Abb. 02: Klassischer Sturzschutz über jeder Öffnung.

Abb. 03: Gefordert bei Vorwandmontage: Brandriegel an Sturz und Laibung.

 

Abb. 04: Klassischer Fenstereinbau im Mauerwerk.

Abb. 05: Vorwandmontage erhöht die Brandbeanspruchung.

Abb. 06: Vorwandmontage auf Fenstermontagezarge mit ungünstiger Brandbeanspruchung.

 

Abb. 07 + 08 + 09 + 10 + 11: Montage der purenotherm Brandschutzriegel an Sturz und Laibung.

Abb. 12 + 13 + 14 + 15 + 16 + 17 + 18: Im Rohbau von weiten sichtbarer Brandschutz mit purenotherm Brandschutzriegeln.

Abb. 19: Klinkerriemchen bieten in Potsdam zusätzlichen Schutz.

Abb. 20 + 21 + 22 + 23 + 24: Großbaustelle mit exklusiven Wohnungen in Potsdam direkt an der Havel.

Abb. 25: Großbrandversuch Wärmedämmsystem mit Klinkerriemchen.

Abb. 26: Nach erfolgreichem Brandversuch: weitgehend stabiles System.

Abb. 27: Kaum Zerstörung unter den Klinkerriemchen.

Abb. 28: Leicht oberflächlich verkohlter purenotherm-Brandschutzriegel.

 

Abbildungen: 1 – 24 puren / 25 – 28 Renowall

 

Download: purenotherm_Brandschutzriegel


 

 

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Sybille Frank
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