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08.02.2016 15:30

Prof. Dr. Gertis beim Energiewirtschaftsforum

Leithammel werden! EnEV 2016 war Thema des Energiewirtschaftsforums des Bodenseekreises bei puren.

Die anstehende EnEV 2016 war unter anderem Thema des ersten Energiewirtschaftsforums des Bodenseekreises. Mit dem Aufruf, ein Leithammel zu werden, krönte Prof. Dr.-Ing. Karl Gertis, langjähriger Vorsitzender des renommierten Fraunhofer Instituts für Bauphysik, seinen mitreißenden Vortrag. Am 20. Oktober 2015 forderte er in Überlingen die anwesende regionale und überregionale Politik, die Wohnungsbaugesellschaften, Architekten sowie Vertreter der Wirtschaft auf, mithilfe der Experten der Energieagenturen in Ihren Regionen Leitprojekte zu schaffen.

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Gertis: „Nichts ist überzeugender als die funktionierende Praxis. Nachdem laufend Zweifel gesät werden, ob Dämmung sinnvoll ist, möchte ich ganz konkret werden: Wärmeschutz ist wirtschaftlich, wenn man es richtig macht. Leider gibt es immer noch viel zu viel Scheinwissen, das schwer auszumerzen ist und großen Schaden anrichtet.“ In seinem engagierten Vortag kritisierte Gertis auch die geringe Modernisierungsrate im Gebäudebestand von zurzeit nur 0,9 % pro Jahr. Gertis: „Die Modernisierungsrate sollte mindestens 3 % betragen. Das bedeutet, dass in 33 Jahren der Altbaubestand modernisiert würde. Es ist sinnvoll und tragbar jeder Eigentümergeneration eine energetische Modernisierung zuzumuten. Erst wenn dies erreicht ist, können wir zufrieden sein.“ Selbst die Politiker in den ersten Reihen - sicher keine bauphysikaffinen Menschen - zollten ihm Beifall. Denn die Grundzüge der Bauphysik sind ganz einfach und wie das 1x1 zeitlos und unumstößlich. Erst später wird es kompliziert, im Detail, an der Wärmebrücke und wenn die Fachkenntnisse der Verarbeiter nicht reichen. Doch für solche Fälle gibt es mittlerweile viele erfahrene Berater auch beim Gastgeber der Veranstaltung puren.

Auch wenn in der Öffentlichkeit immer wieder Zweifel gesät werden, steht für die Fachwelt die Sinnhaftigkeit der klassischen Bauphysik außer Frage. Heute – vor dem Hintergrund der gerade in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung 2016 (EnEV 2016) geht es allerdings um bessere Lambda-Werte, um Detaillierungen, um die Minimierung von Wärmebrücken, um Bauen im Passivhausstandard. Feintuning ist gefragt, nicht mehr die große Überzeugungsarbeit. Und siehe da, genau an dieser Stelle ist eine Lücke entstanden, in der Unsicherheit gestreut wird und kaum jemand widerspricht. Geradezu hilflos zeigt sich die Branche, in der die Grundwahrheiten der Bauphysik oft nur noch verwaltet werden. Es fehlen große Persönlichkeiten wie Prof. Dr.-Ing. Gertis, die sich redegewandt und fachlich fundiert ins Rampenlicht wagen und bei Bedarf bis ins Detail sachlich überzeugend argumentieren können.

Am Ende der Vorträge, unter anderem auch zur Sicherheit der Stromversorgung in Netzen mit regenerativen Energiequellen, hatten die rund 300 Gäste des Landratsamtes Bodenseekreis ein nachdenkenswertes wie motivierendes Update erhalten. Die Veranstaltung, die diesmal in den neuen Werkshallen der puren gmbh in Überlingen stattfand, soll künftig regelmäßig stattfinden.

puren im Internet: www.puren.de

Abb_01: Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Bodenseekreis nennt in seinem Grußwort viele gute Argumente für das Energiesparen. Abbildung: puren

Abb_02: Rund 300 Gäste versammelten sich in den neuen Werkhallen von puren zum ersten Energiewirtschaftsforum des Bodenseekreises. Abbildung: puren

Abb_03: Werden sie ein Leithammel, forderte Prof. Dr.-Ing. Karl Gertis in seinem Vortrag. Abbildung: puren

Abb_04: Werden sie ein Leithammel, forderte Prof. Dr.-Ing. Karl Gertis in seinem Vortrag. Abbildung: puren

Download: Prof. Dr. Gertis beim Energiewirtschaftsforum

 

 


 

 

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