Energie­einspar­verordnung

Energieeinsparverordnung soll das Klima schützen und die Energiekosten senken

Bauherren und Modernisierer müssen die Regeln der Energieeinsparverordnung einhalten

Sie sollte schon 2012 novelliert werden, doch es wird wohl erst 2014 eine neue Fassung geben: Die „Energieeinsparsparverordnung“ (EnEV), meist verkürzt als Energieeinsparverordnung bezeichnet, gilt bis auf weiteres für alle, die den Bau eines neuen Hauses oder eine umfangreichere Sanierung ihres Bestandsgebäudes planen. Grundsätzliches Ziel der Verordnung ist es nach dem Willen des Gesetzgebers, den Energiebedarf von Gebäuden für Heizung und Warmwasserbereitung um 30 Prozent zu senken. Die Energieeinsparverordnung ist damit ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutz-Ziele. Denn Wohngebäude sind für gut ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland verantwortlich und verbrauchen damit aktuell mehr Energie als die Industrie oder der Straßenverkehr. Die Einsparpotenziale sind sehr groß, denn noch immer noch verbrauchen viele Altbauten weitaus mehr Energie als nötig. Laut der Deutschen Energie-Agentur könnten viele unsanierte Altbauten rund 80 Prozent ihres derzeitigen Energieverbrauchs einsparen, wenn sie durch eine Modernisierung konsequent auf den heutigen Stand des technisch Möglichen gebracht werden würden.

Die Regeln der Energieeinsparverordnung für den Neubau

Für den Neubau legt die Energieeinsparverordnung Grenzwerte für den so genannten Primärenergieverbrauch fest. Er beschreibt den gesamten Energieverbrauch aus Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung, der nach in der EnEV festgelegten Kriterien berechnet werden muss. In die Berechnung fließt unter anderem der Primärenergiefaktor ein: Er gibt das Verhältnis von eingesetzter Energie aus dem Energieträger zu der letztlich nutzbaren Energie im Gebäude wieder. Je umweltschonender die Energieform, desto günstiger ist in der Regel dieser Faktor. Strom hat beispielsweise einen Faktor von 3, da große Transport- und Leitungsverluste einberechnet werden müssen. Steinkohle, Heizöl oder Erdgas liegen bei 1,1 und Solarenergie bei 0,0. Diese Faktoren spielen daher als Rechengröße bei der Berechnung des Primär- oder Endenergieverbrauichs für ein Gebäude eine sehr wichtige Rolle. Zusätzlich schreibt das „Erneuerbare Energien Wärmegesetz“ (EEWärmeG) vor, dass ein Teil des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen, also z.B. aus Solarwärme oder Wärmepumpen, gedeckt werden muss. Kompensiert werden kann dieser Anteil aber auch durch eine Wärmedämmung, die die Vorgaben der Energieeinsparverordnung übertrifft.

Grundlage der Berechnungen ist ein Referenzgebäude, das in einer Anlage der Energieeinsparverordnung detailliert angegeben ist. Auch bei der Wärmedämmung macht die Verordnung klare Vorgaben, hier sind spezifische Transmissionswärmeverluste, also die Abgabe von Wärme von innen nach außen, für alle relevanten Bauteile festgelegt und beschrieben. Hochleistungsdämmungen auspuren Polyurethan-Hartschaum stellen eine sichere Wärmedämmung von Dach, Fassade und erdberührten Bauteilen sicher.

Die Regeln der Energieeinsparverordnung in der Altbaumodernisierung

Auch für Altbauten gibt die Energieeinsparverordnung Vorgaben. Elektro-Nachtspeicherheizungen etwa, die vor 1990 eingebaut wurden, dürfen ab 2020 nicht mehr betrieben werden. Und Brenner für Gas oder Öl ohne Brennwerttechnik, die vor Oktober 1978 eingebaut wurden und mehr als vier Kilowatt (kW) Leistung haben, müssen ebenfalls stillgelegt werden. Zudem müssen ungedämmte oberste Geschoßdecken bereits seit Ende 2011 gedämmt sein – hierfür gibt es preiswerte und einfache Lösungen mit puren Plattenelementen, die bereits mit einer festen Trittschicht versehen sind. Vor allem aber müssen sich Hausbesitzer bei Modernisierungen, Sanierungen Umbauten und Erweiterungen an Regeln zur Energieeffizienz halten. Wenn mehr als 10 Prozent eines Bauteils von einer Maßnahme betroffen sind, dürfen bestimmte in der Energieeinsparverordnung festgelegte Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenbauteile nicht überschritten werden, Fassadendämmung und Aufsparrendämmmung bieten hier die besten Möglichkeiten. Alternativ wird auch anerkannt, wenn das Haus nach Abschluss von Baumaßnahmen den Primärenergiebedarf und die Transmissionswärmeverluste des oben genannten Neubau-Referenzgebäudes um nicht mehr als 40 Prozent überschreitet. Auf keinen Fall darf sich die Energieeffizienz eines Bauwerks durch Modernisierung, Umbau oder Erweiterung verschlechtern.

Der Energieausweis: Pflichtübung für Bauherren und Modernisierer

Der Energieausweis beschreibt den energetischen Zustand eines Gebäudes. Besonders bei Kauf oder Miete einer Wohnung oder eines Hauses gibt er daher wertvolle Hinweise auf die zu erwartenden Energiekosten und macht verschiedene Objekte vergleichbar. Ein gutes Abschneiden im Energieausweis wirkt sich daher auf den Wert einer Immobilie aus. Der Hausbesitzer muss den Ausweis auf Verlangen von Kauf- oder Mietinteressenten vorlegen. Pflicht ist die Erstellung des Energieausweises auf jeden Fall beim Neubau eines Wohnhauses oder bei Modernisierungen, Umbauten und Erweiterungen, die mehr als zehn Prozent einer Bauteils betreffen – in den Fällen also, wo im Altbau die Regeln der Energieeinsparverordnung greifen. Der Energieausweis darf nur von dafür zugelassenen Energieberatern ausgestellt werden, Zulässig ist nur mehr der „Energiebedarfsausweis“. Er basiert auf der Berechnung des Energiebedarfs für ein Gebäude anhand der Gebäudehülle und der eingesetzten Techniken.

Förderungen nach Energiesparverordnung

Wer für den Bau oder die Modernisierung seines Hauses in den Genuss von Fördergeldern etwa über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, siehe www.kfw.de) kommen möchte, muss sich ebenfalls an Vorgaben der Energieeinsparverordnung halten. Im Altbau muss durch eine Modernisierung mindestens der Energiestandard eines EnEV-gerechten Neubaus erreicht werden. Im Neubau liegen die Anforderungen höher: Mindestens 30 Prozent besser als in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben muss ein neu zu errichtendes Haus geplant sein, um als „KfW-Effizienzhaus“ in den Genuss eines zinsvergünstigten Förderkredits und eines Tilgungszuschusses zu kommen. Je besser der Energiestandard, desto höher kann die Förderung ausfallen.

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